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Kollegium
 


Diagnostik bei Störungen des Rechnenlernens

Zahlreiche wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahre zeigen: Entscheidend für Erfolgschancen im Mathematikunterricht ist der Umfang des zahl- und rechenspezifischen Vorwissens aus dem Vorschulalter. Solche zahlbezogenen Vorläuferfertigkeiten haben für das Lernen von Mathematik eine vergleichbare Funktion wie die phonologische Bewusstheit für das Erlernen des Lesens und Schreibens.

So genannte „Risiko-Kinder“, die nicht über das für die Schule notwendige mathematische Vorläuferwissen verfügen, fallen in der Schule häufig bereits in den ersten Schulwochen auf. Diese Kinder kann man unter anderem dadurch erkennen, dass ihr alltagsbezogenes Zahlenwissen noch lückenhaft ist. So können sie z. B. nicht auf Anhieb sagen, wie viele Räder ein Auto hat oder wie viele Finger sie an beiden Händen zusammen haben. Zahlen verstehen sie meistens noch nicht als Zusammensetzungen aus anderen Zahlen. Kleine Mengen erkennen die Kindern noch nicht auf einen Blick. So sehen sie z. B. nicht die Zusammensetzung einer Würfelsechs aus zwei Dreien, sondern zählen immer wieder mühsam jeden einzelnen Punkt nach. Stattdessen verstehen sie Zahlen ausschließlich als Positionen in der Reihe der Zählwörter oder als Anfangsstücke in der Reihe der Zählwörter.
Eine ausgeprägte „Rechenschwäche“ kann sich in der Schule entwickeln, wenn Kinder den Umgang mit Zahlen und das Rechnen gezielt erlernen sollen.

Diagnostik von Rechenstörungen sollte stets prozess- und ressourcenorientiert sein und dort beginnen, wo das Kind sich noch kompetent fühlt. Der Eingangsdiagnose folgt eine Prozessdiagnostik, bei der der Lernprozess des Kindes sowohl von der Suche nach den Schwierigkeiten, aber auch nach den Kompetenzen bzw. Ressourcen des Kindes begleitet wird.

Förderung benötigt Einsichten in kindliche Denkweisen. Deshalb werden die Lösungswege der Kinder beobachtet und es werden Vorstellungen davon entwickelt, wie das Kind möglicherweise denken könnte. Dies bedeutet eine Konstruktion von Modellen kindlicher Denkweisen.

Ein Förderschwerpunkt ist zum Beispiel das Zahlverständnis der betroffenen Kinder. Gefördert werden dabei u. a. die Bereiche Zahlauffassung, Zahldarstellung, Zahlvorstellung.

Ziel: Die Kinder sollen sich Zahlen als gegliederte Anzahlen vorstellen können. So sollen sie z. B. von „der 8“ wissen, dass sie aus „5 und 3“ aber auch als „4 und 4“ gedacht werden kann und dass 8 „zwei weniger als 10“ ist.

Fördermöglichkeiten: Regelmäßige „Blitzblick“-Übungen mit verschiedenen Materialien, beginnend bei unstruktierten Darstellungen hin zu strukturierten Darstellungen, den so genannten Zehnerfeldern. Solche Blitzblick-Übungen sollen Abzählen verhindern und simultane/quasi-simultane Anzahlerkennung fördern. Quasi-simultane Anzahlerfassung verwendet Basisfakten und trainiert sie dadurch. Außerdem werden durch regelmäßige Blitzblick-Übungen Stellenwertverständnis sowie das Operationsverständnis der Kinder in den Grundrechenarten gefördert.
Eingesetztes Material:
Strukturierte Zahldarstellungen mit Betonung der Fünfergliederung (Zehnerfelder, Japan Tiles, Zehnersystemblöcke), Seguinkarten usw.

Weitere Förderbereiche sind: Stellenwertverständnis, Operationsverständnis in den Grundrechenarten und Förderung der Rechenfertigkeit durch Herstellen von Einsicht in die Beziehungen der Aufgaben zueinander. Hier ist es ein wesentliches Ziel, vom zählenden Rechnen, das bei Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Rechnenlernen häufig beobachtet wird, wegzukommen. Erst wenn ein ausreichendes Verständnis gesichert ist, macht es Sinn, automatisierende Übungen anzubieten.

LRS-Intensivstandort-Dillweißenstein
Seit 1997 ist die Grundschule in Dillweißenstein
LRS-Stützpunkt-Schule, die von Anfang an auch schulbezirksfremde Schüler aufgenommen hat.

Ein wichtiger Gesichtspunkt der Förderung ist der Aufbau des Selbstwertgefühles der betroffenen Schüler, das bei lese - rechtschreibschwachen Schülern oft sehr geschwächt ist. Deshalb werden die Schüler nach Lernstands-Diagnosen in kleinen und kleinsten Gruppen individuell gefördert. Die Frühförderung beginnt in der 2.Hälfte des
1 .Schuljahres mit einer Stunde und wird in Klasse 2 mit drei Stunden pro Woche und Gruppe weitergeführt. Damit die Kinder keine Rückschläge erleiden müssen werden sie in Klasse 3 und 4 mit einer Stunde weiter begleitet. Oft liegen die Förderstunden parallel zu Deutschstunden, so dass die Belastung für die Schüler nicht zu groß wird. Trainiert werden die Wahrnehmungsbereiche, die phonologische Bewusstheit, die als wichtige Vorraussetzung für den Schriftspracherwerb gilt und dann wichtige Rechtschreibstrategien.


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